Du liest einen WhatsApp-Chat noch einmal und irgendetwas passt nicht. Wer schreibt immer zuerst? Seit wann sind die Antworten kürzer? Bildest du dir das ein, oder hat sich der Ton wirklich verändert?
Hunderte Nachrichten noch einmal zu lesen beantwortet das nicht: Du erinnerst dich an die Momente, die wehgetan haben, und vergisst den Rest. Eine Analyse liest den ganzen Chat auf einmal. So machst du kostenlos eine, das bekommst du dabei heraus, und das solltest du nicht von ihr erwarten.
Was eine Chat-Analyse dir sagen kann
Eine gute Analyse beantwortet zwei Arten von Fragen.
Fragen nach Zahlen. Wer schreibt mehr, und wie viel? Wer beginnt die Unterhaltungen? Wie lange braucht jeder für eine Antwort? Wann seid ihr beide da? Darauf gibt es exakte Antworten, und ein Computer zählt besser als das Gedächtnis.
Fragen nach Bedeutung. Ist der Ton kühler geworden? Werden Meinungsverschiedenheiten gelöst, oder kehren sie immer wieder? Trägt eine Person fast die ganze emotionale Arbeit? Dafür muss die Sprache selbst gelesen werden, und hier kommt die KI ins Spiel.
Beides ergänzt sich. Eine längere Antwortzeit sagt für sich allein wenig. Zusammen mit kürzeren Nachrichten und einem flacheren Ton in denselben Wochen beginnt sie, eine Geschichte zu erzählen.
Schritt 1: den Chat exportieren
WhatsApp kann jeden Chat als Textdatei exportieren. Auf dem iPhone tippst du auf den Namen des Kontakts oder der Gruppe und dann auf Chat exportieren. Auf Android öffnest du ⋮ → Mehr → Chat exportieren.
Wähle Ohne Medien. Du bekommst eine .txt-Datei (oder eine .zip, die sie enthält), und mehr brauchst du nicht: Die Analyse liest Text, keine Fotos. Die ausführliche Anleitung mit allen Sonderfällen findest du hier: WhatsApp-Chat exportieren.
Schritt 2: Namen durch Pseudonyme ersetzen
Wenn du die Datei bei Le Confidant ablegst, wirst du als Erstes nach einem Pseudonym für jede beteiligte Person gefragt. Das Ersetzen passiert in deinem Browser, vor dem Hochladen: beim Absender jeder Nachricht und bei Erwähnungen des Namens im Text.
Ein ehrlicher Hinweis: Ersetzt werden die Namen so, wie sie im Export stehen. Ein Spitzname in einer Nachricht ("Basti" für Sebastian) wird nicht immer erkannt. Wenn dir das wichtig ist, sieh dir die Datei vor dem Hochladen kurz an. Den ganzen Weg deiner Daten beschreibt Ist es sicher, deinen WhatsApp-Chat hochzuladen?
Kein Konto, keine E-Mail, keine Telefonnummer: Es gibt nichts, womit der Chat verknüpft werden könnte. Und die Datei wird am Ende deiner Sitzung automatisch gelöscht.
Schritt 3: die kostenlose Analyse lesen
Die kostenlose Analyse ist in wenigen Augenblicken da und deckt schon die meisten Zahlen ab:
- Balance: Nachrichten und Textmenge jeder Person, und wer die Unterhaltungen beginnt.
- Antwortzeiten: die mittlere Antwortzeit (Median) jeder Person und der Unterschied zwischen euch.
- Rhythmus: die Uhrzeiten, Wochentage und Tageszeiten, zu denen jeder schreibt.
- Sprachliche Signale: gestellte Fragen, emotionaler Ausdruck, Höflichkeit und Abschwächungen ("vielleicht", "ich glaube").
- Eine von der KI geschriebene Zusammenfassung, die diese Zahlen in einfache Worte fasst.
Je nach Chat siehst du außerdem eine Vorschau auf einige echte Beobachtungen, zitiert aus deinen Nachrichten und gruppiert in 💚 positive Signale, ⚠️ Punkte zum Beobachten und 🚩 Warnsignale.
Wenn eine Zahl unklar ist, erklärt Was deine Statistiken wirklich bedeuten sie eine nach der anderen. Und wenn du lieber erst ein Ergebnis sehen möchtest, bevor du etwas hochlädst: Die Startseite zeigt eine vollständige Analyse eines erfundenen Chats zwischen Elizabeth und Darcy aus Stolz und Vorurteil.